© 2019 Martin Huber

Über mich

 

im ersten Überblick

 

Seit 2006 bin ich in Saarbrücken in der Freien Szene aktiv, mache jährlich eine freie Produktion im Theater im Viertel - in der Regel mit selbst geschriebenen Texten - realisiere diverse theaterpädagogische Projekte und bin kulturpolitisch aktiv mit dem Netzwerk Freie Szene und darüber hinaus in gelegentlicher Mitarbeit im Bundesverband Freier Darstellender Künste.

 

Mein künstlerischer Schwerpunkt ist die Sprache und mit der Sprache das theatrale Spiel mit den Gedanken. Das hat sich mittlerweile in zahlreichen Stücken und Produktionen niedergeschlagen, von denen manche sagen, sie seien zu anspruchsvoll; man könne sie nicht verstehen. Das ist natürlich eigentlich ein Irrtum, dem man erliegt, wenn man glaubt, der Wert dieser Stücke läge darin, sie intellektuell durch und durch begreifen und verstehen zu müssen. Dass es um das intellektuelle Verstehen dabei gar nicht geht, obwohl sie gedankenschwer daherzukommen zu scheinen, ist schwer verständlich zu machen und insofern scheint der Einwand, die Stücke seien schwer verständlich, doch auch wieder berechtigt. Leichtigkeit, Humor und ein eigentlich eindeutiger Unterhaltungswert fehlen trotzdem nicht . . .

 

in der Linie der Solo- und Eigenproduktionen

Geboren bin ich 1964 in Esslingen am Neckar, ausgebildet zum Schauspieler wurde ich an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz. Danach gab es von 1990 bis 1993 ein festes Engagement als Schauspieler am theaterspielplatz, dem damaligen Kinder- und Jugendtheater des Staatstheaters Braunschweig. Seit 1993 bin ich freischaffend.

Das Bedürfnis, als Schauspieler eigenverantwortlich zu arbeiten trieb mich zu Solostücken. Angefangen hat es 1994 mit „Kurz erspäht das Taubenlicht“, einer Collage aus eigenen Liedern und Texten. Danach eine eigene Bearbeitung des Parzival Stoffes nach Wolfram Eschenbach als Soloerzähltheater für Kinder am theaterspielplatz in Braunschweig, und 1997 „Der Versuch über den geglückten Tag“ von Peter Handke; für den Verlag musste es eine szenische Lesung sein und kein Solostück.

In meiner Konstanzer Zeit ab 2001 kamen dann mit dem Theater Konstanz zwei mittlerweile recht prominente Solostücke auf den Plan, die man fast schon als Soloklassiker bezeichnen kann: „Novecento“ von Allessandro Barricco und „Klamms Krieg“ von Kai Hensel. Beide Produktionen konnte ich lange Jahre als Selbstständiger in meinem Repertoire behalten. Das endgültige eigene freie Produzieren begann ich 2003 mit meinen Monologen am Klavier, von denen ich bis 2009 vier Ausgaben schrieb, produzierte und natürlich auch auf der Bühne zeigte.

Die Arbeit an den Solostücken sehe ich als meine prägendste künstlerische Grundlage, bei der ich nachhaltig Wert darauf legte, eigener Regisseur zu bleiben.

Ab 2009 erweiterten sich die freien Eigenproduktionen zu zwei, dann auch zu drei Personenstücken, zunächst durch die Zusammenarbeit mit Dietmar Blume und dem ersten gemeinsamen Stück „Fischen im Raum - oder - Die Heilung von Igor & Paul“. 2011 kam Giorgia Cavini mit hinzu in der „Mondscheinsonate“, mit der, wieder in Zweierkonstellation, 2012 das Stück „Kla Via Tour“ auf die Bühne kam. Es folgte, wieder mit Dietmar Blume im Jahr 2013 „Bacon Versus Demenz“, dann 2014 mit Marlen Ullonska „Flaiche & Blied“. 2015  für Dietmars Blume Theaterscheune in Neugersdorf "Die Weber" mit sächsischen Fördergeldern produziert und die jüngste Blume & Huber Produktion war dann ausnahmesweise kein selbstentwickeltes Stück, sondern Goethes "Märchen". Im Herbst 2019 soll es dann wieder in Neugersdorf weiter gehen; wir sind in Vorbereitung für ein neues Stück, in dem wie bei "Bacon Versus Demenz" auch wieder gekocht werden soll.

 

Ein neues Kapitel habe ich 2016 aufgeschlagen durch die Zusammenarbeit mit Manuel Krass und unserer Musik-Theater-Performance "Flucht!", die im Herbst 2016 Premiere hatte.  2017 ging diese Zusammenarbeit in die zweite Runde mit dem Keith Jarrett Projekt über das Köln Concert "Das ausgefallene Konzert" mit der Premiere im Februar 2018. Und ein drittes Stück, erweitert dann im Team mit Eveline Sebaa, deren Gedicht "Simplicity" der Ausgangspunkt für die gemeinsame Produktion war, hatte im November 2018 mit dem Titel "BLICKFÄNGER" Premiere. Im August 2019 gehen wir mit "welt-um- spannend" neue Wege in der Kulturfabrik des Eurobahnhof (KuBA)


in Bezug auf das Inszenieren

Angefangen hat das Inszenieren außerhalb meiner eigenen Soloinszenierungen 1994 in Gifhorn mit der Co-Regie von der Bühne als Schauspieler aus in Erich Michallkas Open Air Theaterpektakel „Herzog Franz“ mit an die hundert im wesentlichen Laiendarstellern anlässlich der 120 Jahr Feier Gifhorns. Für ein ähnliches Großprojekt führte ich noch einmal Regie im Jahr 1999 in Linz beim Freiluftwanderspektakel „Die Barbaren“ mit einer ebenso hohen Anzahl gemischter professioneller und Amateur Darstellern.

Weitere erste Regiearbeiten waren beim Figurentheater Fadenschein Braunschweig 1996 mit „Imbisskrieg“ und 1997 mit „Der Zausel“.

Vor allem meine Linzer Zeit von 1998 bis 2001 war geprägt vom Arbeiten als Regisseur, 1998 „Tortuga“ im u-hof, dem Kinder-und Jugendtheater in Linz, dann einmal auf der großen Stadttheater Bühne das Weihnachtsmärchen mit „Pünktchen und Anton“ im Jahr 1999, und noch einmal im Wilheringer theaterspectakel als Sommertheater „Barfuss im Park“ von Neil Simon, in diesem Fall dann auch in der Kombination Regie und Hauptdarsteller.

In Konstanz am Stadttheater gab es dann 2002 und 2003 für mich noch die Gelegenheit, Solostücke nicht für mich, sondern mit Kollegen zu inszenieren: die Erzählung „Einst in Europa“ von John Berger mit meiner Frau Saskia Petzold und mit Hans-Helmut Straub den Roman von Sandor Marai „Die Glut“, jeweils als Bühnensolo eingerichtet.


und die Schauspielerengagements

Nach dem schon erwähnten ersten und einzigen Festengagement am theaterspielplatz gab es nach beginnender freischaffender Tätigkeit auch noch etliche Gastverträge als Schauspieler. Zum einen weiterhin am theaterspielplatz mit diversen Produktionen bis 1998, dann auch 1994 in Essen für die „Verzauberten Brüder“, ebenso 1994 und 1995 mit „Käthchen von Heilbronn“ mehrere Wochen auf Tournee mit dem Theatergastspielen Kempf und als Regisseur und Hauptdarsteller Christian Kohlund. Im Stadttheater Klagenfurt 1995 als Benvolio in „Romeo und Julia“ mit einer Gruppe von Regisseur und Schauspielern aus der Bremer Shakesspeare Kompagnie. Auch in Linz gab es noch mal eine Gastrolle für mich im u-hof in „Strand“. Und dann ein bisschen näher an der Gegenwart wieder am Saarbrücker Staatstheater im Jahr 2008 in den Produktionen „Buddenbrooks“ als Grünlich und im „Lear“ als Albany.


 

Film und Fernsehen

 

ist kein Schwerpunkt meiner künstlerischen Arbeit aber natürlich eine wunderbare Ergänzung und willkommene Abwechslung. In Graz an meiner Schauspielschule wurde wert gelegt auf Grundlagen im Kamera acting mit zwei größeren Workshops mit professionellen Fernsehleuten. Im Anschluss an die Ausbildung habe ich mitgewirkt bei einem Abschlussfilm der Wiener Filmhochschule „Berge & Zwerge“ von Mathias Scheurer. 1994 wurde unsere damals sehr erfolgreiche Inszenierung „Die Metamorphosen“ am theaterspielplatz in Braunschweig vom ZDF eine Woche lange professionell aufgezeichnet und gesendet. Im Film von Jo Bayer „Schwabenkinder“ (2002) hatte ich einen Drehtag; und zuletzt einen Auftritt im Saarbrücker Tatort „Verschleppt“ (2012) mit der Rolle des Herrn Lehmann.


Theaterpädagogische Projekte, Workshops, Seminare, Einzelunterricht

Zu den theaterpädagogischen Projekten zählen im weiteren Sinne die beiden oben erwähnten ersten Inszenierungen und Großprojekte „Herzog Franz“ und „Die Barbaren“. 1999 habe ich dann zum ersten Mal in Linz einen Jugenclub geleitet und das eigens dafür geschriebene Stück „Die Metamorphosen des Ovid“ mit ihnen inszeniert. In Konstanz dann die inszenatorische Mitarbeit an einem großen Musikschulenmusical „Motz & Arti“; zwischendrin auch Workshop Anfragen in Schulen.

Von 2007 bis 2014 habe ich insgesamt 8 Mal in der vom Bildungsministerium Saarland aufgelegten Sommerschule mitgearbeitet, um Kindern, schwerpunktmäßig mit Migrationshintergrund, drei Wochen kompakt Förderunterricht mit Deutsch und Theater zu geben.

Seit dem Jahr 2009 mache ich jährlich eine Schultheaterinszenierung mit der Theater AG am Hochwaldgymnasium in Wadern, die von der Lehrerkollegin Birgit Schommer geleitet und wird und die in der Regel die Stücke für die meist recht große Besetzung schreibt oder vorhandene bearbeitet. 2012 waren wir mit unserer Produktion „Der Ariadne Faden“ beim Schultheater der Länder Festival in Berlin.

Bei der „Zweiten Chance“ habe ich 2011/12  Theaterunterricht als Fördermassnahme gegeben, mit und aus den Jugendlichen ein Stücktext entwickelt und dann Said Tamouri inszenatorisch unterstützt, den stark reduzierten und veränderten Text als großes Musical „Ich habe einen Traum“ in der Feuerwache des Staatstheater zur Aufführung zu bringen.

 

Und seit 2016 mache ich auch Klassenspiel Inszenierungen an Waldorfschulen, zunächst in Bexbach mit der Inszenierung von "Anatevka" mit der dortigen 8. Klasse und im März 2017 das zweite von mir inszenierte Achtklasspiel mit "Alice im Wunderland" an der Waldorfschule Saarbrücken.

Ein besonders schönes und erwähnenswertes Wochenendfortbildungsseminar war für die Mitarbeiter der Telefonseelsorge Saarbrücken im Jahr 2013 mit dem Titel „Alles nur Theater“, bei dem es darum ging, Themen und Fragestellungen aus ihrer alltäglichen Arbeit mit theatralen Mitteln zu behandeln, verarbeiten, vertiefen.

Ein schönes Kuriosum an Produktionen im Feld theaterpädagogisches Arbeit war 2010 „Rez & Rapper“, eine Performance Projekt mit dem damals jugentlichen Rapper Daniele über das Thema Rechte und Regeln, mit dem wir als Überraschungsaufführung in Jugendzentren gegangen sind.

 

Weitere Schulprojekte gab es ab 2017 zunächst in der Gemeinschaftsschule Ludwigsrpark, mittlerweile sind wir in der Volpeliusschule Ludwigspark innerhalb des Projektes "kultur_leben!" dran, theaterformen und Spielweisen im Unterricht zu integieren und dafür die passende Formate zu entwickeln.

Und natürlich gebe ich auch Einzelunterrichte je nach Bedarf in Richtung Sprache und Darstellung, auf besonderen Wunsch kann es auch mal Klavierunterricht sein . . .


und Sonstiges

Für einen freischaffenden und die Sprache liebenden Schauspieler spielen Lesungen eine große Rolle, wovon zahlreiche auch als szenische angegangen oder produziert wurden oder für die ich mich auch immer gerne engagieren lasse.

Und noch ein schönes Schreib, Spiel und Inszenierungsprojekt, das in die bisherigen Kategorien nicht so richtig passen will: „Tzokky zockt Strauß“, ein Auftragswerk vom Staaatstheater Saarbücken für ein Kinderkonzert. Für meine Moderation habe ich ein Stück geschrieben, mit dem Kapellmeister und Inspizienten einstudiert und dem großen Orchester 2013 zur Aufführung gebracht. Die internen und externen Reaktionen waren allerdings so konträr und umstritten, dass, was als Fortsetzungsprogramm angedacht war, sich leider nicht weiter entwickeln durfte . .  .

 

Letzte Bearbeitung: April 2019