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Das Märchen von Goethe

Goethes Märchen ist ein literarisches Kleinod. Für viele als Goethe Text gar nicht bekannt, für andere ein Goethe Geheimtipp mit besonderer Anziehungskraft. Eine phantastische Geschichte, die sich einer eindeutigen Deutung entzieht. Goethe hat sich trotz vieler Anfragen Zeit seines Lebens darüber ausgeschwiegen.

 „Diesen Abend verspreche ich Ihnen ein Märchen, durch das Sie an nichts und an alles erinnert werden sollen.“

Mit diesem Satz wird „Das Märchen“ in den „Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter“ eingeleitet. Erstveröffentlicht wurde es noch mehr oder weniger anonym in der von Schiller herausgegebenen Zeitschrift „Die Horen“. Goethes Beiträge zur Zeitschrift markierten den Beginn dieser historisch berühmten Dichterfreundschaft zwischen Schiller und Goethe und gemeinsam dichteten sie in den Horen über den Stoff:

 Mehr als zwanzig Personen sind in dem Märchen geschäftig.
    „Nun und was machen sie denn alle?“ Das Märchen, mein Freund.

Die Geschichte
Das Märchen spielt in einer symbolischen Landschaft, die durch einen Fluss getrennt wird. Auf der einen Seite die schöne Lilie, die die Fähigkeit hat, Totes durch Berührung wieder lebendig zu machen und Lebendiges zu töten.Überqueren lässt sich der Fluss mit Hilfe des Fährmanns nur von der einen zur anderen Seite; gegen Mittag mit Hilfe der grünen Schlange, die sich dann als Bogen über das Wasser spannt und in den Dämmerstunden auf dem Schatten des Riesen. Ein in die Lilie unglücklich verliebter Jüngling tritt mit anderen Figuren die Reise zur schönen Lilie an und stürzt sich voller Unglück in ihre Arme. Die grüne Schlange opfert sich, rettet sein Leben und die Liebe der beiden und unter ausgefeilter Symbolik bricht ein neues Zeitalter an, in dem Trennendes überwunden wird.

 

". . . Die Inszenierung durch „Blume & Huber“ bedient sich als Erzähl-, Objekt-, Figuren- und Schauspieltheater einfacher Mittel, die - raffiniert eingesetzt - der phantastischen Bildhaftigkeit dieses Kunstmärchens gerecht werden. Dietmar Blume und Martin Huber gelingt es dabei auf erfrischende Weise, mit zwei Personen sämtliche Figuren gleichzeitig darzustellen und dabei für mancherlei komische Situationen zu sorgen. [...]

Nein, eine eindeutige Interpretation liefern auch „Blume & Huber“ nicht. Aber mit ihrer Art der Inszenierung verhelfen sie dem Stück zu einer Leichtigkeit, in der das Publikum das ohne Weiteres verschmerzen kann. [...]"

 

Saarbrücker Zeitung vom 23.11.2015